Montag, 23. Juli 2018

Die Doku-Soap "Mein Lokal, Dein Lokal" aus Regensburg

An sich hatte ich gar nicht vor, mir die Neuauflage der Doku-Soap Mein Lokal, Dein Lokal aus Regensburg auf Kabel Eins anzuschauen.

Wenigstens nicht alle Folgen. Montag bis Freitag eine runde Stunde zur besten Abendessenszeit vor der Glotze abhängen? Nein, da steh ich lieber am heimischen Herd und tobe mich aus ...


Nachdem aber verschiedene Leute mit Engelszungen auf mich eingeredet und -geschrieben haben, meinen Senf zu anderer Leute Käse zu geben und weil man, was ich zunächst nicht gewußt hatte, alle Folgen der Staffel bequem zu jeder Tages- und Nachtzeit im Internet anschauen kann, formuliere ich, entgegen meiner ursprünglichen Absicht, doch ein paar persönliche Gedanken ...
von Robert Bock 

Vorweg: Nein, ich werde nicht die Kochkunst der fünf wettstreitenden Lokale bewerten. Ich kann via TV nicht einschätzen, ob eine Speise geschmacklich ge- oder misslungen ist, kann allenfalls ihre optische Präsentation, obschon auch die nur auf Basis zweidimensionaler TV-Bilder begutachten.

Zwar habe ich in vier der fünf Restaurants selbst schon gegessen - teils mehrfach - aber das liegt, die  Schlosswirtschaft Heitzenhofen ausgenommen, schon ein Weilchen zurück, oder es trugen damals andere Wirtsleute die Verantwortung. Es wäre unstatthaft auf das im TV Gesehene zu reflektieren.

Wichtig: Jedem Zuschauer sollte bewußt sein, dass er nur ein redaktionell aufbereitetes Extrakt vieler, vieler Drehstunden zu sehen bekommt. Dass man mit bewegten Bilder Menschen nahezu beliebig manipulieren kann, wissen wir nicht erst seit Leni Riefenstahl ...

Mutmaßlich ist dieses "Extrakt" durch bewußte Gestaltung der Redaktion der Produktionsfirma so verzerrt, dass die um Einschaltquoten bemühte Redaktion dem Zuschauer Intrigen, Klatsch und Gemeinheiten der Teilnehmer untereinander gerne schon einmal überbetont. Aussagen werden womöglich geschnitten und möglicherweise sinnentstellt oder so aus dem Zusammenhang gerissen aufbereitet, dass - wie in vergangenen Staffeln nicht selten mein Eindruck - die antretenden Gastronomen bestimmte Persönlichkeitsstempel aufgedrückt bekommen sollen: Der Nice Guy, der naive Dummkopf, der inkompetente Loser, der fachlich beschlagene Super-Crack (den die Loser aus Neid i.d.R. unterbewerten), der Intrigant und der Ehrgeizling - nur um ein paar Rollen, die mir spontan einfallen, zu nennen.

Lasse ich mich auf diese Rollenverteilung in der Regensburger Staffel ein, ist der Nice Guy schnell identifiziert: Muk Röhrl tritt in Zusammenschau aller Folgen in Erscheinung als fairer, fachlich beschlagener, ruhig und bescheiden auftretender junger Familienvater und Wirt, als Traumschwiegersohn der reiferen Zuschauerinnen und Traummann burschikoser Frauen seines Alters (vulgo: hantiger Ziefern). Viel zu melden hat er in seinem Wirtshaus daheim in Eilsbrunn nicht bei seiner Karin, so kommt es in der Röhrl-Folge für mich wenigstens rüber. Karin Röhrl und er werden dies wahrscheinlich vehement bestreiten ...

Schade, dass nicht zur Sprache kam, dass Karin Röhrl - wie vor rund einem Jahr in einer Diskussion auf Facebook von ihr eingeräumt - es ablehnt ihre Reiberknödel selbst von Hand herzustellen. Man greife aus Überzeugung auf Convenience-Produkte zurück, schrieb sie seinerzeit, weil ihr das zu viel Arbeit/zu kostspielig sei an einem Sonntagmittag.

Wie das dem "Profi" Mike Süsser wohl gefallen hätte? Das wohlfeile mediale Präsentieren ehrlichen bairischen Kochhandwerks in Teilen ein Potemkin'sches Dorf ...?! Aber wer brächte kein Verständnis dafür auf, dass man das in einer Sendung, die dem primären Zweck der Selbstvermarktung der wettstreitenden Lokale dient, nicht offen zugibt?

4 Euro für eine Halbe Bier in Eilsbrunn, einer Gegend, wo man hofft, die Erde sei tatsächlich eine Kugel und keine Scheibe, andernfalls man vom Rand ins Nichts stürzen könnte, sind ausg'schamt. Das sehe ich nicht anders als die Protagonisten der Sendung.

Der Schweinsbraten muss unter der Schallmauer von 10 Euro bleiben, also holt man die fehlenden Silberlinge halt anderswo wieder herein. Viele Gäste werden zudem ihr Getränk schon bestellt haben, bevor sie einen Blick in die Karte werfen und wenn's ans Zahlen geht, schaut sich kaum einer den Beleg so genau an ... Sollte man in Eilsbrunn besser tun, das habe ich in Folge 1 gelernt. Was ich auch gelernt habe: Im ältesten Wirtshaus der Welt sind Gäste, die nicht speisen, sondern nur ein paar Halbe Bier zischen, ratschen, karteln, politisieren wollen, wie es in bairischen Witshäusern seit Angedenken Brauch ist, nicht unbedingt erwünscht. Mit prohibitiven Bierpreisen hält man solche Kundschaft nämlich wirksam fern.

Ich persönlich habe durchaus gute Erinnerungen an meine, einige Jahre zurückliegenden Aufenthalte beim Röhrl in Eilsbrunn; vor allem an köstliche, wunderbar präsentierte Nachspeisen und an einen netten Plausch mit Muks Mama, mit der meine Begleiter und ich einst zufällig den Tisch teilten.

Ein anderer Mitstreiter machte Muk Röhrl den Nimbus des Nice Guy streitig: Daniel Schnarr von Buddies Burgerbar. Ich habe dort noch nicht gegessen, weil ich erstens kein ausgesprochener Burger-Fan bin und zweitens der Ruf, der dem Lokal vorauseilt, mir nicht einladend genug erscheint, als dass ich dort Geld ins Ungewisse investieren möchte: Die einen jubeln, die anderen berichten von großer Enttäuschung. Man habe Probleme mit der Konstanz der Performance der Küche, so höre ich aus kompetenten Mündern immer wieder - was dran ist, kann ich persönlich nicht sagen. Meine charmante Begleiterin war mit einem ihrer Söhne dort essen: Beide waren zwar nicht begeistert, aber  zufrieden ...

Die Spannung zwischen den beiden Nice Guys nährt sich in der Sendung aus subkulturellen Gegensätzen und stereotypen Klischees: Hier der bairische Traditionsgasthauswirt vom Land im Trachtenjanker, Familienvater, mutmaßlich schlafend in CSU-Bettwäsche, dort der "Buddie" mit Hosenträgern und Schiebermütze in seinem zeitgeistig stylischen Industrial-Design-Burgerschuppen, als Mann inszeniert als Melange aus mittelaltem Robert Redford und Matt Damon mit grauen Schläfen und Peter-Pan-Syndrom in voller Blüte: Der Provinz-Womanizer als charmanter Gegenentwurf zum Herrn Gemeinderat - so wenigstens meine Ausdeutung der Charakterskizze der Redaktion. Ich kenne weder den einen, noch den anderen Menschen persönlich, ich maße mir nicht an zu behaupten, meine Wahrnehmung würde die Realität ihrer Charaktere widerspiegeln. Möglicherweise ärgern sich beide selbst über die Darstellung ihrer Person in der Sendung, vielleicht freuen sie sich auch darüber.

Was beide Männer meiner Meinung nach im Ausleben ihrer Nice-Guy-Rolle unterschied: Daniel Schnarr lobte (beispielsweise) jeden Gang im Rosarium nahezu überschwänglich, vergab dann aber doch nur 8 von 10 möglichen Punkten. Der brave Muk äußerte, wo seines Erachtens angebracht, konstruktive Kritik und seine Punkteurteile fielen, meiner Meinung nach, stets konsequent und stimmig dazu aus.

Sollte Herr Schnarr also heimlich doch die Rolle des schlangenzüngigen Ehrgeizlings zugeschanzt bekommen haben ...? Die Rolle der Sphinx mit den zwei Gesichtern ...? Man erinnere sich der "Sendung-mit-der Maus-Parodie" (sauer-scharf), mit der die Rolle eines weiteren mutmaßlichen Ehrgeizlings in Abwesenheit der anderen drei Kombattanden dramaturgisch enttarnt wurde ...

Ohne Abstriche konstruktiv, geprägt von fachlicher Kompetenz und ausführlich begründet, fiel die Kritik von Christian Streier von der Schlosswirtschaft Heitzenhofen aus. Aber: Er kritisierte die Speisen der Kollegen häufiger als seine Mitstreiter und dies mit chirurgischer verbaler Präzision. Ein kluger Kopf ist dieser Preiss und weiß zudem, wovon er redet. Nichts verzeihen einem die Mediokren weniger ... Ob es faktisch so war wie gesehen, oder der Schnitt der Folgen das uns glauben machen soll, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls inszenierte man ihn unfairerweise (ein klein wenig kenne ich ihn persönlich und so beckmesserisch auf jeden Fall nicht!) als besserwisserischen Jungspund.

Aber: Der Chef der Schlosswirtschaft Heitzenhofen gewann den Wettstreit der fünf Lokale nur deshalb nicht als alleiniger Sieger und musste sich den 1. Platz mit drei Kollegen teilen, weil er dem "Profi" Mike Süsser - so mein Eindruck - zu jung, zu berufsunerfahren und trotzdem selbstbewußt und nicht unterwürfig genug schien. Streier also als Ehrgeizling (Variante: Der Besserwisser) in der Rollenverteilung? Wo kämen wir denn hin, wenn ein dahergelaufener Rookie mit berufssoldatischem Hintergrund am Ende mehr Punkte einheimste, als gestandene Profis ...? Streier bekam vom "Profi", meines Erachtens sachlich nicht nachvollziehbar, einen Punkt zu wenig. Dieser entscheidende Punkt fehlte ihm am Ende ... Seine Kollegin und seine Kollegen hatten ihn nämlich auf Platz 1 gepunktet. Streier selbst bewertete seine Mitstreiter meiner Ansicht nach auf der Zehnerskala durchweg angemessen, von unfairem Verhalten seinerseits kann keine Rede sein.

Dass Muk und Karin Röhrl auf Facebook offensiv ihren ersten Platz abfeiern, ohne dabei zu erwähnen, dass sie ihn mit drei anderen Mitstreitern teilen, finde ich geschmacklos. So wie wir Zuschauer den Nepomuk im Trachtenjanker erlebt haben, ist so ein unkollegiales Foul doch nie nicht auf dem Muk seinem Mist g'waxsn? Ist es nicht fragwürdig genug, dass er als Chef der Gruppe Restaurantkritik Regensburg auf Facebook (ausgerechnet als Wirt!) den Gatekeeper für Publikumskritik spielt - jetzt auch noch so eine ausg'schamt unkollegiale Wadlbeißerei?! Wäre man böswillig, könnte man behaupten, der Röhrl sei im Wettstreit von fünf Lokalen Vorletzter geworden. So kann man das Ergebnis nämlich auch ausdeuten ...

Die Rollen Dummkopf und inkompetener Loser entfielen meiner Wahrnehmung nach in Personalunion auf die bemitleidenswerte Thea Nurtsch vom Ristorante San Daniele. Nein, ich kenne Frau Nurtsch nicht persönlich und ja, ich habe einige Male dort gespeist, zuletzt wohl vor rund 12 Jahren.

Als das Lokal eröffnete, war es für damalige Verhältnisse ein Top-Italiener. Als ich das Interieur in der San-Daniele-Folge sah, habe ich es gleich wiedererkannt ... Das Urteil "90er-Jahre-Schick" des "Profis" Süsser fand ich treffend.  Die Präsentation der Speisen, die ich in der Folge zu Gesicht bekam, war ebenfalls - aber durchaus typisch für viele hiesige italienische Lokale - bieder, das Preisniveau frech bis unverschämt.

By the way: Die meisten italienischen Lokale der Region haben sich, ähnlich wie die griechischen, stilistisch überlebt und sind in selbstherrlicher Routine wilden Cross-overs durch alle regionalen Küchentraditionen des Stiefels, garniert mit reichlich Balsamicocreme-Deko, erstarrt. Schade, dass so viele Gäste sich so viel Mittelmaß gefallen lassen. Für mich persönlich, der ich allerdings längst nicht alle italienischen Lokale aus eigener Erfahung kenne, beweisen in unserer Region vor allem drei "Italiener" einzigartiges Profil: das Federico II. (große, primär piemonteser Küche, schlichte regionaltypische Gerichte, feine Zutaten und handwerklich einfach großartig zubereitet), das Ristorante Pizzeria Pielmühle (wegen der neue Grenzen auslotenden Kreativität von Franco Esposito) und die Pizzeria da Carmine (wegen der meiner Meinung nach besten Pizza der Stadt von Davide de Lorenzis).

Das San Daniele sei nicht mit der Zeit gegangen, führt uns die Sendung plakativ vor Augen. Das Urteil der Mitstreiter und des "Profis" deckt sich mit meiner Meinung vollumfänglich. Es reicht nicht auf Dauer, die Dinge so zu machen wie man sie immer schon gemacht hat. Wer so denkt, dem fehlt es an Liebe zum Beruf. Weder Chefin noch Küchenchef sind offensichtlich mit italienischer Küche groß geworden - das erschwert die Glaubwürdigkeit obendrein.

Ob es allerdings nötig war, Frau Nurtsch in nahezu jeder Folge der öffentlichen Belustigung auszusetzen? Man wird einwenden, sie habe gewußt, dass das auf sie zukommen könnte. Doch hat sie das wirklich ...?

Der Eindruck, den die Redaktion der Doku-Soap mir in dieser Woche vermittelt hat, ist: Frau Nurtsch habe von anspruchsvoller Küche und von Gastronomie so gut wie keine Ahnung und, was noch peinlicher ist, sie scheine es nicht einmal zu merken. Dunning-Kruger-Effekt in lehrbuchmäßiger Ausführung, also. Da lacht sich der Zuschauer ins chipsfettverschmierte Fäustchen, rückt den Bund seiner Jogginghose gerade und holt in der Werbepause seine Dr.-Oetker-Pizza aus dem Ofen. Hoffentlich hat er nicht vergessen, die Plastikfolie vorher zu entfernen ...

Ein weiterer mir so vermittelter Charakterzug von Thea Nurtsch: Sie könne keine Kritik annehmen, respektive mit ihr umgehen. Kann ich so nicht nachvollziehen. Man hätte es auch positiv ausdeuten können, als sie sich vor ihren Küchenchef gestellt hat, damit der nicht sein Gesicht verliert. Im Falle von "Buddie" Daniel Schnarr wurde das getan, als Christian Streiers Burger zu durch geraten war und Schnarr alle Veranwtortung auf sich und von den Schultern seines Küchenchefs nahm. Weshalb wurde hier mit zweierlei Maß gemessen?

Mir hat Thea Nurtsch leid getan. So geht man nicht mit Menschen um! Öffentlich gleich gar nicht. Es ist eine üble Angewohnheit des Privatfernsehens, den Mob vor den Geräten zu belustigen, indem man andere Menschen auf diese Art der Lächerlichkeit preisgibt. Ein Grund, weshalb ich "Formate" wie Mein Lokal, Dein Lokal oder speziell Das perfekte Dinner, eine widerwärtige Leinwand für geltungsbedürftige Neureiche und bildungsdefizitäre Protzer, die sich durch zynische Kommentare einer Stimme aus dem Off zu kompletten Vollidioten degradieren lassen, im Regelfall nicht anschaue. Fremdschämen ist nicht mein Ding. Reicht mir schon das Kopfschütteln über manche Zuschrift oder Kommentierungen meiner Blogartikel; exemplarisch jüngst zu meinem Artikel über den Gasthof Krieger in Mariaort im Zusammenhang mit dem Begriff "schrepfern"...

Was ich offen gesagt nicht nachvollziehen kann: Weshalb haben Georg Schröppel und sein Rosarium den Wettstreit nicht gewonnen? Schröppels Rolle ...? Mutmaßlich die des Super-Cracks (den die Loser unfair bewerten).

Ich habe, seit Georg Schröppel das Rosarium übernommen hat, dort noch nicht gespeist, habe mir aber vorgenommen dies nachzuholen (wenn er am wenigsten damit rechnet, harr harr ;-) ). Mein Eindruck auf Basis der optischen Wahrnehmung der Speisen und seiner durch alle Folgen der Staffel vermittelten weltläufigen Erfahrung, seiner Meriten und seiner Liebe zu Beruf und Lebensmitteln: Er kocht in einer anderen Liga und hätte in meinen Augen auf Basis des in der Sendung Gezeigten gewinnen müssen! Wer das Feuer in seinen Augen funkeln sieht, wenn es ums Kochen geht, fragt sich sofort: Was hat einer wie er in ausgerechnet dieser Sendung verloren? Wer, um alles in der Welt, hat ihm dazu nur geraten?! Oder: nicht abgeraten ...

Wird er sich, seinem Ruf als Koch und dem Ruf seines Lokals auf lange Sicht einen guten Dienst damit erweisen, dass er in dieser Doku-Seifenoper mitgespielt hat? Er näselt so amüsant, ja?,  im sprachlichen Duktus, ja ...?, wie, sagen wir mal, die Kochikonen Heinz Winkler, ja ...?, Hans Haas und Eckart Witzigmann, ja ...? Hätten diese Spitzenkönner sich und ihr Potenzial in einem inszenierten Kasperltheater wie Mein Lokal, Dein Lokal je prostituiert ...? Georg Schröppel täte gut daran, sich in der Region an Anton Schmaus, Helmut Schwögler oder Martin Kandlbinder zu orientieren. Keiner dieser Namen wird meiner Überzeugung nach ein Line-Up von Mein Lokal, Dein Lokal je zieren ...

Schröppel hatte Glück: Es wäre der Redaktion ein Leichtes gewesen, den Plot in Richtung Multi-Kulti-Inder-Imbiss, der Indisch, Pizza, Griechisch und Wiener Schnitzel auf einer Karte anbietet aus dem Ruder laufen zu lassen, der Einrichtung seines Rosariums Krankenhauscafeteria-Atmosphäre zu attestieren und sich als Running-Gag,  ja ...?, über jede Folge hinweg, ich sag mal, über seinen sprachlichen Sternekoch-Duktus, ja ...?, zu amüsieren ... Die Nose-to-Tail-Geschichte hätte ebenfalls leicht abdriften können, wenn die Redaktion es gewollt hätte, denn Filet und eine Speckscheibe machen noch lange kein Nose-To-Tail-Gericht. Da erwartete ich persönlich auf jeden Fall (auch) Innereien (Zunge, Nieren, Leber, Lunge, Hirn, ...) auf meinem Teller, ansonsten wäre das für mich Etikettenschwindel.

Man halte zum Abschluss inne und bedenke, was aus den Teilnehmern der ersten Regensburger-Staffel von 2013 wurde: Im trüben Niemandsland gastronomischer Belang- und Bedeutungslosigkeit gurkt das Papageno herum - und das, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, völlig zu Recht. Die damalige Wirtin des Gänsbauer, Sandra Schlegl, hat ihren Laden nicht halten können (oder wollen); das Traditionslokal wird mittlerweile, in Person von Franziska Kraus, von einer hochkompetenten Chefin, meines Wissen aus der Schule von Johanna Maier, geführt. Das Haus Heuport gibt sich meiner Meinung nach heute wie damals mit seiner Lage am Dom und seinem prachtvollen Ambiente zufrieden und verweigert sich kontinuierlicher Verbesserung seiner, mir persönlich stets als durchschnittlich in Erinnerung gebliebenen Küchenleistung zu frechen Preisen. Die damals mitstreitende Grill Canteen gar, hat längst dicht gemacht ...

Ich wünsche vergleichbare Schicksale keinem der aktuellen Kombattanden, aber wer sich aufs Mitspielen in einem Format wie Mein Lokal, Dein Lokal einlässt, sollte bedenken:  
Wer mit den Hunden schläft, braucht sich nicht zu wundern, wenn er am nächsten Tag mit Flöhen aufwacht ...

Soweit mein Senf dazu. Wie habt Ihr die Regensburg-Folgen wahrgenommen?



Kommentare:

  1. wunderbar!!! lange nicht so einen wortgewaltigen, spritzigen Artikel gelesen. Jeder Satz ein Treffer! Ganz herzlichen Dank dafür!!!!

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  2. Ich hab jetzt extra im Schnelldurchlauf die Folgen geguckt, nur damit ich ein wenig Hintergrundwissen besitze. Wie immer auf den Punkt gebracht, vorallem da, wo es weh tut aber auch da, wo es gut tut. Das Rosarium steht jetzt mal auf meiner Liste. Und ich hoffe mal, es juckt noch keinen!

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