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Samstag, 21. September 2019

Müller-Thurgau-Maniacs (XVII): Thomas Fröhlich | Weingut Ilmbacher Hof | Iphofen | Franken

Dass ein Winzer seinen Müller-Thurgau nicht aufgibt, sondern ihn sogar in Magnumflaschen füllt, habe ich so noch nicht erlebt.

Thomas Fröhlich liebe, so sagt er mir unumwunden, den Müller-Thurgau mehr, als den Silvaner.

Damit fällt er in Mainfranken aus dem Rahmen. Dort hat man sich - unterstützt von den übergeordneten Verbänden - darauf geeinigt, das gemeinsame Alleinstellungsmerkmal des fränkischen Weinbaus in der vielleicht urtypischsten Rebsorte Frankens zu kommunizieren.

Freilich baut auch sein Weingut Ilmbacher Hof in Iphofen einen sagenhaften Silvaner an und aus, aber Thomas' Liebe seines Herzens ist - selbstverständlich hinter seiner Frau Andrea und seinem Sohnemann - sein Müller-Thurgau.
von Robert Bock

Samstag, 20. April 2019

Schäufala im Schwan zu Sommerach

Neulich hat es mich mal wieder auf die Weininsel an der Mainschleife verschlagen. Diesmal ins Städtchen Sommerach. Zur Mittagszeit, auch das noch ...

Sommerach hat sich - im Unterschied zum Nachbarort Nordheim am Main - ein schlüssiges und erfolgreiches, auf Qualitätstourismus ausgerichtetes Fremdenverkehrskonzept zugelegt. Das macht's nicht unbedingt einfacher ohne Reservierung im altehrwürdigen Gasthof zum Schwan einen Platz zu ergattern.

Genau dahin aber will ich. Dorthin, oder fasten! Im Schwan habe ich vor ein paar Jahren einen ausgezeichneten gebackenen Karpfen gegessen und feinen Silvaner vom Sommeracher Katzenkopf genossen. Grund genug keine Kompromisse einzugehen.
von Robert Bock

Samstag, 12. Januar 2019

Drei Tage Stempferhof in Gößweinstein

Seit ich in jungen Jahren einen Citroen mein Eigen nannte, bin ich ADAC-Mitglied. Mich wundert bis heute, weshalb der Automobilclub mich nicht wieder hinauswarf, so oft wie mein mistiger Franzose und ich die Dienste der Gelben Engel damals in Anspruch nahm ...

Seither fische ich allmonatlich die Motorwelt - die Mitgliederzeitschrift - aus dem Briefkasten. Unterhaltsame Klolektüre für den Zyniker in mir.

Neben überschaubar nutzenstiftendem Inhalt schürt der ADAC mit diesem Medium sehr kreativ Ängste: Vor Autopannen im niederbayerischen Endmoränenhügelland, Auffahrunfällen in Usbekistan, endlosen Streitigkeiten vor Gericht mit Unfallgegnern in Süditalien und auf württembergischen Autobahnraststätten gestohlenem Reisegepäck, um den Absatz seiner Versicherungen zu steigern. Und Werbung. Viel Werbung. Treppenlifte, Schuhe, die ihren Träger 10 cm größer erscheinen lassen, Echthaarverpflanzung vom Sack aufs Haupt ... und Reisen, Reisen, Reisen. 
von Robert Bock

Samstag, 17. November 2018

Das wahrscheinlich beste Schäufala der Welt

Trifft es sich, dass ich zur passenden Zeit an Würzburg vorbeifahre, verlasse ich die Autobahn an der Anschlussstelle Kitzingen-Schwarzach und mache Station im Gasthof zum Stern in Sulzfeld.

Jeder Umweg lohnt sich, denn die Küche des Stern zählt für mich persönlich zur absoluten Spitzenklasse in der Kategorie "traditionelle fränkische Landgasthofküche".

Abgesehen davon mag ich das mittelalterliche Städtchen sehr gerne und wer noch nie in Sulzfeld war, sollte sich wenigstens eine halbe Stunde Zeit nehmen, die engen Gässchen innerhalb der uralten Stadtmauern per pedes zu erkunden.
von Robert Bock

Freitag, 14. September 2018

MeatNight in Sugenheim: Fleischeslust, veganerfrei

Ist das Geläut der Markgrafenkirche St. Erhard erst in Gang gesetzt, dann mag es so schnell nicht verstummen. Man versteht kaum sein eigenes Wort.

Es ist 13 Uhr im mittelfränkischen Sugenheim und die Glocken der Kirche gegenüber der Landmetzgerei Kachler-Hoferer läuten beinahe eine Viertelstunde lang ohne erkennbaren Anlass.

Vielleicht läuten sie ja in Vorfreude auf den kulinarischen Event des Jahres, dessentwegen ich hier bin: Jens Hoferers zweite Auflage seiner MeatNight, einer "Mini-Ausgabe von Lucki Maurers Kulinarikfestival", wie der mehrfache Fränkische Bratwurstkönig, Metzgermeister und Fleischsommelier seine Veranstaltung selbst beschreibt.

Fleisch satt ist angekündigt: Roh, gegrillt, gebraten, verwurstet, trocken gereift oder nicht. Um 18 Uhr Ortszeit wird die Veganerhölle ihren Schlund auftun ...
von Robert Bock

Freitag, 31. August 2018

Im Gasthof "Zum Schiff" in Obereisenheim

Nähert man sich flussabwärts der Volkacher Mainschleife, stößt man am rechten Mainufer aufs Örtchen Obereisenheim.

Wahrscheinlich wäre Obereisenheim ein mainfränkischer Weinbauort von vielen, dürfte man sich nicht hochoffiziell als Heimat des fränkischen Silvaners bezeichnen.

Die ersten Silvaner-Reben wurden 1659 hier und später in Castell gepflanzt: „Österreicher Fechser“ nannte man die Stecklinge damals.

Besonders einladend wirkt dem Durchreisenden das große, 90 Gästen Platz bietende Terrassendeck des Hotel-Gasthofes "Zum Schiff". Unter schattiger Pergola läßt sich dort wunderbar dem Main und dem Fährmann bei der Arbeit zuschauen und gut-bürgerliche, fränkische Küche genießen. Ihretwegen bin ich heute hier.
von Robert Bock

Freitag, 24. August 2018

Rainer.Wein


Wenn es in Deutschland Weine gibt, die mich Flasche um Flasche flashen, dann sind es die Weine von Rainer Zang aus Nordheim am Main.

Rainer ist mein unangefochtener primus inter pares unter den "Müller-Thurgau-Maniacs" und ich darf sagen, dass sich - seit er mir vor rund eineinhalb Jahren ein Probierpaket mit drei seiner Müller zugeschickt und ich über sein Weingut und seine Weine geschrieben habe - eine Freundschaft zwischen uns entwickelt hat.

Es blieb nach dem fulminanten Flash dieser drei Müller-Flaschen nicht aus, dass ich sein Weingut im Sommer letzten Jahres einfach besuchen musste, im März diesen Jahres trafen wir uns auf dem großartigen AromiA-Festival in Würzburg wieder und jetzt war ich erneut auf Stipvisite an der Mainschleife.
von Robert Bock

Freitag, 17. August 2018

mieser.mittag@mainschleife.de

Seit 1683, wahrscheinlich aber bereits seit dem 13. Jahrhundert, werden im Gasthof Goldener Löwe zu Gaibach, heute einem Ortsteil  der Stadt Volkach in Mainfranken, Gäste bewirtet.

Seit 1947 von der Familie Lorey, die obendrein auch ihren eigenen Wein an- und ausbaut und vermarktet. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege führt den Goldenen Löwen als Baudenkmal und er verfügt sogar über einen eigenen Wikipedia-Eintrag.

Das Adelsgeschlecht der Schönborns hat das 500-Seelendorf Gaibach über Jahrhunderte hin geprägt. Der Goldene Löwe liegt unmittelbar am prächtigen Schönborn'schen Schloss und der vom Architekten der Würzburger Residenz (UNESCO-Welterbe), Balthasar Neumann, geschaffenen Dreifaltigkeitskirche  an einer historisch bedeutenden Handelsstraße. Allesamt Gründe für mich, dort an einem Sonntagmittag im August einzukehren. Ich hätte das besser gelassen ...
von Robert Bock

Sonntag, 27. Mai 2018

Verkostungsnotiz: 2015er Riesling Spätlese trocken | Ipsheimer Burg Hoheneck | "Weingut an der Steige" Armin Düll | Ipsheim | Franken


12,0% | RZ 6,5g/L | S 6,6 g/L | 6,50 EUR/0,75L

Ipsheim liegt südwestlich von Neustadt a.d. Aisch, also nicht in Unterfranken, sondern in Mittelfranken, nicht direkt am Main, sondern im südöstlichen Bereich des Steigerwaldes.

Die Gegend wirkt verschlafen und das, obwohl die Weine dort durchaus einen zweiten und dritten Blick wert sind. So auch die trockene 2015er Riesling-Spätlese von Armin Düll, Weingut an der Steige im Ortsteil Mailheim.

Hier meine Verkostungsnotiz:


Im Glas (Spiegelau Authentis Weißweinkelch): Hellgelb mit goldenen Reflexen.
Nase: Apfel, Aprikosen, Kräuter, Honig (dezent)
Zunge&Gaumen: Knackige Säure, gut balanciert mit der Frucht, angenehme, feinporige Mineralität, feinperliges Moussieren, Kräuter, Zitrusfrüchte (Grapefruit), Granny Smith-Apfel, Aprikosen.

Fazit: ...
von Robert Bock

Montag, 21. Mai 2018

Verkostungsnotiz: Frau Müller aus Schweinfurt

Frau Müller | 2017er Müller-Thurgau feinfruchtig QbA | Weingut Dahms | Schweinfurt-Sennfeld | Franken 

Jürgen und Alexander Dahms haben erneut zugeschlagen. Die beiden Müller-Thurgau-Maniacs haben einen feinfruchtigen Müller-Thurgau aufgelegt. In einer schicken dunkelgelben Roy-Lichtenstein-Etikettierung, hört er, in schwungvollem Schiftzug gesetzt, auf den Namen Frau Müller.

Mir wurde die Freude und Ehre zuteil Frau Müller zu verkosten. Hier meine Notizen:

Im Glas (Spiegelau Authentis Weißweinkelch): Hellgelb mit grünen Reflexen.

Nase: Gelber Apfel, Aprikosen, kandierte Ananas, Honig (dezent) / opulent und wuchtig ohne zu übertreiben.

Zunge&Gaumen: Knackige, frische Säure; gut balanciert mit an der Zungenspitze charmanten Frucht, die gegen den Gaumen zu ins grün-grasig-kräutrige tendiert. Feinporige Mineralität, feinperliges Moussieren, Kräuter, Zitrusfrüchte (Grapefruit), Granny Smith-Apfel, Aprikosen, Weiße Gummibärchen, Eisbonbon (Scheurebe-Anteil?).

Fazit: ...
von Robert Bock

Montag, 30. April 2018

Müller-Thurgau-Maniacs (XVI): Julia Glaser | Weingut Glaser-Himmelstoss | Dettelbach und Nordheim am Main | Franken

In Mainfranken scheinen überdurchschnittlich viele Winzerinnen und Winzer ihren Müller-Thurgau zu lieben, auch wenn sie ihn Rivaner nennen. Wer einen Blick auf die Liste meiner Ehrentitelträger wirft, versteht, was ich meine: 8 von 15 Winzerinnen und Winzern sind in Franken beheimatet.

Mit dem Weingut Glaser-Himmelstoss aus Dettelbach und Nordheim am Main findet das erste V.D.P.-Weingut Eingang in die Liste der "Müller-Thurgau-Verrückten".

Konkret in Person der "Juniorchefin" Julia Glaser, die, nach Abschluss ihrer Winzerausbildung vor zwei Jahren und ihrem Studium von Weinbau und Önologie in Neustadt an der Weinstraße, in das Familienweingut, das sie selbst als "Drei-Generationen-Weingut" bezeichnet, heimgekehrt ist, um dort Verantwortung für Gegenwart und Zukunft des Betriebes zu übernehmen.

"Altbewährtes erhalten und Neues zulassen", schreibt mir Julia Glaser. Nach dem Motto, was gut sei, bleibt, halte man an Traditionen fest, man sei sich aber für spannende Neuerungen nicht zu schade. Und wer weiß, vielleicht werde aus etwas, was im Kleinem anfange, ja irgendwann ein bewährter Bestandteil ihres Tuns ...
von Robert Bock

Donnerstag, 29. März 2018

Storstad-Notizen

Was soll ich über Anton Schmaus noch schreiben, was nicht bereits über ihn und sein Restaurant Storstad geschrieben wurde?

Storstad ist ein Wort aus dem Schwedischen. Selbst das weiß in Regensburg längst jeder, der ein Faible für gutes Essen hat, und bedeutet Großstadt.

Der Name des einzigen Regensburger Sterne-Restaurants irritiert ...

Großstadtflirren über den Dächern der mittelalterlichen Altsstadt?
Wer vom Land stammt, dichtet Regensburg bisweilen großstädtisches Flair an. Es ist so lange noch nicht her, da urteilte der Satiriker Wiglaf Droste (Berlin, Leipzig), das Beste an Regensburg sei der Zug nach München. Es ist eben alles eine Frage der Perspektive ...

Großstadt finde in den Köpfen statt, formulierte Anton Schmaus in einem Interview mit der MZ im Herbst 2014; sei, was man draus macht. Ist es die helle, offene Architektur im skandinavischen Stil? Ist es die bunte Vielfalt der Gäste, der ungezwungene Umgang des Servicepersonals untereinander und mit den Gästen? Die dröhnende Rockmusik, die tagsüber beim Mis en place die erstaunlich kleine Küche beschallt und das ehrgeizige junge Team um Anton Schmaus und seine kongeniale rechte Hand Josef Weig zu neuen Taten treibt? Der Stil der Küche, der, ähnlich des bunten Vielvölkergemischs einer echten Metropole, ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen ist ...?
von Robert Bock

Samstag, 23. September 2017

In der Alten Mainmühle zu Würzburg

Das fränkische Gasthaus am Main, so lautet der Claim auf Website und Kassenbon. Dichter am Main kann der Würzburgbesucher tatsächlich kaum speisen.

Unmittelbar am östlichen Brückenkopf der Alten Mainbrücke, die den Strom hier, vergleichbar mit der Prager Karlsbrücke oder unseren Steinernen Brücke zu Regensburg, überspannt, residiert das mehrgeschossige fränkische Gasthaus Alte Mainmühle in touristisch optimaler Lage.

Man ist geneigt hier eine Touristenfalle zu vermuten, wie es sie in Regensburg mittlerweile leider allzu häufig gibt. Allerdings liest sich die in Deutsch und Englisch verfasste Speisekarte überraschend bodenständig, die Weinkarte - ausschließlich fränkische Weine - nicht minder, und - das ist das Alleinstellungsmerkmal an einem heißen Mittwochmittag im August - es ist ein schattiger Tisch mit Blick auf den Main und die Festung Marienberg im Obergeschoss der zweistöckigen Terrasse frei.
Um uns herum viele US-Amerikaner. Man erkennt sie, ohne dass sie den Mund auftun müssen, denn die linke Hand ruht in ihrem Schoß, während sie speisen. Die meisten sind anscheinend seit Jahrzehnten verheiratet. Ehejahre erschöpfen das Gespräch ...
von Robert Bock

Samstag, 2. September 2017

In der Vinothek Iphofen

Wer noch nie im fränkischen Iphofen war, sollte das nachholen.

Für mich zählt das Städtchen im nördlichen Steigerwald mit seinen fünftausend Einwohnern zu den schönsten Orten Deutschlands: Wer Rothenburg ob der Tauber oder Dinkelsbühl mag, wird Iphofen lieben.

Gegenüber den beiden genannten klassischen süddeutschen Zielen für Fachwerk- und Mittelalterfans, kann Iphofen zudem in die Waagschale werfen, dass dort - dank der Gipskeuperböden an den sanften bis steilen Lagen des Schwanberges - Weißweine von Weltformat gedeihen und 20 Weinbaubetriebe, darunter mit Wirsching, Ruck und Arnold drei V.D.P.-Weingüter, dem Weinfreund mit ihrer Hände Arbeit wonnevolle Stunden schenken. Konzentriert präsentiert werden die Iphofener Weine zu feinem Essen in der Vinothek Iphofen, von der in diesem Feature die Rede sein soll.
von Robert Bock

Freitag, 25. August 2017

Zu Besuch bei Müller-Thurgau-Maniacs (II): Weingut von der Tann in Iphofen

Das kleine Weingut von der Tann im fränkischen Iphofen hat das Kunststück geschafft, unabhängig voneinander in zwei aufeinanderfolgenden Jahrgängen, zwei Müller-Thurgau-Maniacs hervorzubringen: Maggie Schauner, die mich mit ihrem Erstlingswein bezauberte und Steffen von der Tann im Jahr darauf mit zwei völlig unterschiedlichen Müller-Thurgau-Weinen des Rebstockertrages eines Jahrgangs.

Grund, sich anzukündigen und den beiden sympathischen jungen Leuten einen Kennenlernbesuch abzustatten. Was mich für beide besonders freut: Das Genussmagazin selection kürte das Weingut von der Tann jüngst in seinem Degustationswettbewerb zum viertbesten Müller-Thurgau-Weingut Deutschlands 2017 und zum besten Müller-Thurgau-Weingut Frankens 2017.

Das freut mich sehr, zeigt es mir doch, dass ich mit der Aufnahme der beiden in die Galerie der Müller-Thurgau-Maniacs so falsch nicht gelegen haben kann ...
von Robert Bock

Freitag, 18. August 2017

Zu Besuch bei Müller-Thurgau Maniacs (I): Öko-Weingut Zang in Nordheim am Main

Wenn mich in den zurückliegenden Monaten Müller-Thurgau-Weine im wahrsten Sinne des Wortes geflasht haben, dann jene, die mir Rainer Zang aus Nordheim am Main zugeschickt hat.

Nachzulesen HIER und Anlaß genug, den Schöpfer dieser großartigen, nach strengen Naturland-Standards produzierten Weine persönlich kennenlernen zu wollen.

Es ist stets ratsam, man kündigt einen Besuch im Weingut rechtzeitig an, denn der Weinberg will seinen Herrn bekanntlich täglich sehen. Vier Stunden nahmen sich Rainer und Maximilian Zang Zeit, vier Stunden, die mir ungeheuer lehrreich waren. Das und reich an Genuss! Die Flamme der Leidenschaft für den Wein lodert in beider Augen. Der Vater ist fränkisches Winzer-Urgestein, doch verrät sein ergrauter Pferdeschwanz, dass Rainer Zang kein angepasster Durchschnittswinzer ist und niemals war. Wer seit bald 30 Jahren ökologisch nach den strengen Kriterien von Naturland wirtschaftet, ist keiner, der Angst davor hat, anzuecken ... Der Sohn hat sich erst spät dazu entschieden, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Er absolviert gerade ein Duales Studium in der Pfalz und vertieft die Theorie mit Praxis in einem der angesehensten Weingüter Deutschlands, bei von Winning.
von Robert Bock

Mittwoch, 19. Juli 2017

Müller-Thurgau-Maniacs (XIV): Jürgen und Alexander Dahms | Weingut Dahms | Schweinfurt | Franken


Wenn über dem Maindreieck allmorgendlich die Sonne aufgeht , dann zuallererst in Schweinfurt.

Am nordlichen Zipfel des östlichen Schenkels des Dreiecks, das sich über den unteren Scheitelpunkt bei Marktbreit und Segnitz bis Gemünden im Nordwesten spannt, bauen Jürgen (rechts im Bild) und Alex Dahms (links) in nunmehr dritter Generation Wein an.

Sie legten Wert auf den Erhalt des natürlichen Charakters, den das jeweilige Terroir den Weinen mit auf den Weg gebe, den schonenden Umgang mit der Pflanze und der Umwelt sowie ein harmonisches Zusammenspiel von Forschung, Technik und Erfahrung, erfahre ich auf der Website des Weingutes. Tradition und Innovation zu verbinden, sei beider Cousins Anspruch. Bio-Weine und auch vegane Produkte finde ich im Sortiment, man geht mit der Zeit ...

Ich gestehe ein, bislang noch nie einen Wein aus Schweinfurt im Glas gehabt zu haben - zumindest nicht bewußt. Desto größer meine Neugier auf die trockene 2016er Müller-Thurgau Spätlese aus der Lage Schweinfurter Peterstirn, mit der sich Alex und Jürgen um den Ehrentitel "Müller-Thurgau-Manic" bewerben.
von Robert Bock

Mittwoch, 5. Juli 2017

Verkostungsnotiz: 2016er Silvaner trocken | Weingut Hofmann | Ipsheim | Franken / Steigerwald

2016er Silvaner trocken Deutscher Landwein | Weingut Hofmann | Ipsheim | Franken/Steigerwald | 12,0% Alc. | 1 Liter | Schraubverschluß | 5,50 EUR

Leck mich fett, was für ein geiler Liter-Silvaner aus dem mittelfränkischen Niemandsland (gefühlt!) nahe Neustadt a.d. Aisch. Ipsheim heißt das Nest seines Urspungs und ist selbst Freunden des Frankenweines nicht zwingend ein Begriff ...

Ostersonntag war's da habe ich das Weingut Hofmann aus einer spontanen Laune heraus besucht und vor Ort ein Kisterl zum probieren mitgenommen. Der Hausherr war nämlich grad mit seinen Kindern im Aufbruch zu einer Radltour begriffen und hatte - trotz annoncierter sonntäglicher Öffnungszeiten - wohl nicht mit Kundschaft gerechnet. Ich finde das sympathisch, auch wenn ich ungern die Katze im Sack kaufe. In diesem Fall - der Silvaner ist die erste Flasche meines Probesortiments, das ich mir zusammengestellt habe - hat es sich nicht gerächt. Im Gegenteil, ich bin begeistert!

Was sagt die Verkostungsnotiz ...?
von Robert Bock

Sonntag, 11. Juni 2017

Verkostungsnotiz (15): 2016er Müller-Thurgau trocken QbA | Familienweingut Braun | Fahr am Main | Franken

Verkostungsnotiz (15): 2016er Müller-Thurgau trocken QbA | Familienweingut Braun | Fahr am Main | Franken
1 Liter | RZ 6,2g/L | S: 5,8 g/L | 5,00 EUR ab Weingut

Thomas Braun trägt seit 2015 den Ehrentitel Müller-Thurgau Maniac - und er trägt ihn auch mit seinem 2016er Jahrgang weiterhin völlig zurecht.

Alleine für diesen Basiswein seines Weingutes in der trockenen Variante müsste man sich tief vor ihm und seiner Kunst verneigen. Wein wunderbarer Wein in schlichter Aufmachung und zu zivilem Preis.
von Robert Bock

Mittwoch, 7. Juni 2017

Müller-Thurgau-Maniacs (XIII): Lukas Schmidt und die Paradieswein-Winzer aus dem Weinparadies Franken

Diesmal verleihen wir die den Ehrentitel Müller-Thurgau Maniac an 14 Weinbaubetriebe des Weinparadies Franken.

Dieses umfasst sieben Ortschaften, die sich im südlichen Teils des Steigerwaldes, teils auf Unter-, teils auf mittelfränkischem Territorium befinden: Bullenheim, Hüttenheim, Nenzenheim, Ippesheim, Reusch, Seinsheim und Weigenheim.

Um in ihrem gemeinsamen Anbaugebiet näher zusammen zu rücken, haben die beteiligten Weinbaubetriebe der "Weinparadies Franken ArGe" beschlossen einen gemeinsamen Wein anzubieten: den Paradieswein.

Sie hätten sich auch für den für Franken so typischen Silvaner entscheiden können, aber ihre Wahl fiel bewußt auf den Müller-Thurgau. Jeder beteiligte Weinbaubetrieb schätze seinen Müller-Thurgau, jedoch sei es zunehmend schwer diesen zu verkaufen, wurde mir erklärt. Viele Winzer würden deshalb die mit der Müller-Thurgau Rebe bestockte Fläche zurückfahren. Aber Franken ohne Müller-Thurgau? Wie soll das gehen?!
von Robert Bock