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Freitag, 29. März 2019

Frischer Wind im Restaurant Schwögler

Helmut Schwögler ist für mich der Pionier der kalkulierten kulinarischen Grenzüberschreitung im Großraum Regensburg.

Mit Ehrgeiz, Mut und Verve hat er aus dem elterlichen, gut bürgerlichen Gasthaus in Bad Abbach mit Kegelbahn einen weit über die Grenzen des  niederbayerischen Kurstädtchens hinaus bekannten und beliebten Anlaufpunkt für alle Freunde gehobener und abgehobener Küche geschaffen, stilistisch beeinflusst von seinem Lehrer und Schwager Stefan Marquard, Stammvater des Rock'n'Roll-Kochens im deutschsprachigen Raum.

Auch als Caterer für Hochzeiten und andere Events genießt Schwögler einen ausgezeichneten Ruf. Helmut Schwöglers bisherige gastronomische Lebensleistung nötigt mir Respekt ab. Ebenso die Demut und Bescheidenheit mit der er sie unter vier Augen einordnet.

Ohne seine Eltern, seine Frau und sein Team in Küche und Service - und mit seinen Mitstreitern habe er stets großes Glück gehabt, betont er - wäre das alles nicht möglich gewesen. 13/20 Punkte im Gault&Millau und mittlerweile fünfzehn mal in Folge die hochrangige Auszeichung Bib Gourmand im Guide Michelin. Die Auflistung der ungezählten regelmäßigen Auszeichnungen anderer Restaurantführer lasse ich unerwähnt, es würde den Rahmen sprengen. Wer je bei Schwögler essen war, weiß: du wirst auf einen angenehmen Abend zurückschauen, an den du dich gern und lange erinnerst.

Vor allem seinem langjährigen Küchenchef Herbert Kuffer habe er viele erfolgreiche gemeinsame Jahre zu verdanken, sagt Schwögler. Um die Jahreswende herum sei man aber gemeinsam zur Erkenntnis gelangt, dass sich etwas ändern müsse, damit es für beide weiter vorangehen könne.

Helmut Schwögler mischt seit rund fünf Wochen die Karten neu und das mit einem neuen Küchenchef. Nicht mit irgendeinem, sondern einem talentierten Jungstar der TV-Kochshow-Szene (u.a. Finalist bei "The Taste" auf Sat1) und Frauenschwarm: Tobias "Tobi" Stegmann.

Ich war neulich vor Ort, um mir einen ersten kulinarischen Eindruck vom Voranschreiten der Umbruchphase im Restaurant Schwögler zu verschaffen.
von Robert Bock

Freitag, 9. November 2018

Wintergarten Landshut: Sparen an der falschen Stelle

Guckt Ihr auch gelegentlich Rosins Restaurants oder die Kochprofis, liebe Leserinnen und Leser? Dann kennt Ihr die üblichen Ratschläge der Starköche, einen Gastro-Dampfer in Schieflage wieder aufzurichten:

Weshalb durchgängig öffnen, wenn das Mittagsgeschäft kaum die Kosten deckt? Weshalb ein Backhendl oder Wiener Schitzel in der Pfanne in Butterschmalz herausbraten, wenn es doch in der Friteuse in Rapsöl Personalzeit und Wareneinsatz spart?

Genau an solchen Leitsätzen scheint man sich im Landshuter Wintergarten, von mir vor zwei Jahren zum ostbaierischen Backhendlhimmel erkoren, leider mittlerweile zu orientieren, denn das Backhendl dort ist nur noch mit Abstrichen das, was es einst war.
von Robert Bock

Freitag, 10. August 2018

Zu Besuch bei Emma in Viechtach

Es ist Mitte des Vormittages, als ich vor dem Emma anlange.

Riesige Schirme, farblich auf die Fassade abgestimmt, werfen großzügig Schatten auf die einladend gestaltete Terrasse vor dem Lokal. An zwei, drei Tischen wird opulent gefrühstückt. Von außen her macht Emma schon mal etwas her ...

Von Neukirchen beim Heiligen Blut  nach Regensburg entscheidet man sich gewöhnlich für die kürzeste Route, aber habe ich es nicht eilig, wähle ich gern landschaftlich reizvollere Nebenstrecken. Diesmal, am Sonntagvormittag nach Lucki Maurers Kulinarikfestival 2018, über das 8000-Einwohner-Städtchen Viechtach.
von Robert Bock

Freitag, 3. August 2018

Seit' an Seit' Reloaded: Kulinarikfestival by Lucki Maurer 2018

Sagt ein gestandener Profi wie Johann "The Godfather of Spanferklhaxn" Pilz, ein Koch, der nicht nur in der Küche seiner Waldschänke in Steinsberg auftrumpft, sondern laufend mit ersten Namen der Szene unterwegs in Sachen feinsten Caterings ist, ich gehöre seit Samstag, 28. Juli 2018 zum Kreis der Familie der Kochprofis, bedeutet mir das viel, obschon mir bewußt ist, dass ich lediglich dilettiere.

Zum dritten Mal stehe ich mittlerweile bei einem Großevent auf der "anderen Seite" und darf mich Seit' an Seit' mit Spitzenköchen beweisen.

Giovanni Fungi, wie ihn sein Freund Lucki Maurer auch nennt, ist heute ebenfalls in Neukirchen beim Heiligen Blut beim Kulinarikfestival 2018. Diesmal als schlendernder Gast, nicht wie sonst an Töpfen und Pfannen. Wenn man so will, haben wir die Rollen getauscht ...
von Robert Bock

Freitag, 1. Juni 2018

Buchners Niederwinkling

Familie Achatz-Buchner hat richtig tief ins Portemonaie gelangt und zur Ergänzung Ihres Traditionshauses, dem Restaurant Buchner in Welchenberg östlich von Bogen, im einen guten Steinwurf entfernten Niederwinkling ein modern ausgestattetes Hotel samt integriertem Restaurant mit internationaler Küche gehobenen Anspruchs aus dem Ortskern gestampft.

Im Restaurant Buchner hat der ältere der beiden Achatz-Brüder, Mathias, dem Lokal einen Michelin-Stern und 15 Punkte im Gault&Millau erkocht. Für mich zählt Mathias Achatz mit "nur" einem Stern zu den krass unterbewerteten Vertretern seiner Zunft, wie ich zuletzt im Januar verifizieren konnte.

Sein Bruder Andreas, selbst Koch und vormals Sommelier im Restaurant Buchner, managed seit bald zwei Jahren das Hotel mit Restaurant in Niederwinkling. Genügend Einarbeitungszeit ist nun verstrichen, um dem Restaurant des Hotels einen Besuch zum Mittagessen abzustatten.
von Robert Bock

Dienstag, 20. Februar 2018

Zitronat-Zitronen und Lasagne - Im Milians in Straubing

Versuchungen sollte man nachgeben, empfahl einst der Schriftsteller und Bonvivant Oscar Wilde, denn wer wisse, ob sie wiederkämen?

Bin ich wochentags in meiner alten Heimat Straubing und die Zeiger der großen Turmuhr des Stadtturmes bewegen sich auf die Mittagsstunde zu, mache ich immer wieder gerne einen Abstecher in die Fraunhoferstraße 17 zu Milians Küche und Kaufladen.

Dort kümmert sich die geschäftsführende Inhaberin Patricia Brücker mit ihrem Team um Sommelier Steffen Schubert darum, dass es den Feinschmeckern Straubings an nichts mangelt.

In erster Linie verkauft man exquisite Lebensmittel, Weine und Spirituosen von kleinen Erzeugern aus der ganzen Welt, doch kann man dort auch Mittags einkehren. Immer wieder begeistert mich die Freude und Freundlichkeit mit der alle, aber tatsächlich alle, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Milians-Teams ihren Aufgaben nachgehen und sich um Kunden und Gäste kümmern. Es hat viele gute Gründe, weshalb Milians sich in relativ kurzer Zeit zu einer festen Größe in Feinschmeckerkreisen entwickelt hat. Und das weit über die Grenzen Straubings hinaus.
von Robert Bock

Samstag, 6. Januar 2018

Der Gottbegnadete von Welchenberg

Viele Wirtsfamilien legen zwischen Neujahr und Dreikönig ein wohlverdientes Atemholen ein. Das Advents- und Weihnachtsgeschäft war fordernd, die Akkus sind leer - ich habe vollstes Verständnis, auch wenn mich Jahr für Jahr im Vorfeld meines Geburtstages die gleiche leidige Frage umtreibt: Wohin, wenn die meisten guten Lokale Regensburgs - und insbesondere das Beste - leider geschlossen haben ...?

Mathias Achatz hat an einem 31. Dezember das Licht der Welt erblickt und er entstammt einer Gastronomendynastie, die auf eine Tradition seit 1882 zurückblickt. Wahrscheinlich ahnt er, wie schwierig es ist, an einem 3. Januar einen Tisch in einem guten Restaurant zu ergattern. Das Restaurant Buchner öffnet vielleicht auch deswegen in dieser Zeit des Jahres die Stube seinen anspruchvollen Gästen.

Dort, im niederbayerischen Welchenberg, ist der gerade 30 Jahre junge Koch, der mittlerweile im dritten Jahr mit einem Stern im Guide Michelin und 15 Punkten im Gault&Millau ausgezeichnet ist, der Küchenchef. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass er und sein Bruder Andreas den elterlichen Betrieb in fünfter Generation einst übernehmen werden.
von Robert Bock

Freitag, 22. Dezember 2017

Beim Hidden Champion von Bad Abbach

Das Restaurant Schwögler in Bad Abbach ist wahrscheinlich das einzige Restaurant Deutschlands, dem der Restaurantguide Gault&Millau für seine blitzsaubere Leistung zwar 13 Punkten beurkundet  hat, das aber in der jüngst erschienenen Druckausgabe nicht zu finden ist. Ein Hidden Champion im besten Wortsinne also, aber das unfreiwillig.

Völlig zu Recht haben sich Helmut Schwögler, sein Küchenchef Herbert Kuffer und das gesamte Team des Schwögler über die Benachrichtigung durch die Redaktion gefreut, man habe sie in den Gault&Millau 2018 aufgenommen. Auch die offizielle Urkunde schickte man ihnen zu, doch als sie dann den Restaurantführer druckfrisch in Händen hielten und sie Seite um Seite, Blatt für Blatt gewendet hatten, einmal vor, einmal retour - nur ungläubiges Staunen und Kopfschütteln ...

Ein derartiges Versäumnis ist eines Gault&Millaus nicht würdig, jedoch bereichert es dessen Fundus an Schildbürgereien der zurückliegenden Jahre um eine weitere unrühmliche Anekdote. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert ...? Ich weiß nicht, welche Strategie der ZS-Verlag - der neue deutsche Lizenznehmer des Gault&Millau - verfolgt, aber so legt man die Säge an den Ast auf dem man sitzt.
von Robert Bock

Samstag, 18. November 2017

Wenn Dillinger zum Schlemmen läd ...

Das Auswärtsessen kennt viele Schattierungen. Auch jene, sich an einem Freitagabend, nach vorheriger Entrichtung eines Obulus, in einem zur Streetfood-Meile umgestylten Möbelhaus im All-You-Can-Eat-Modus gepflegt die Wampe vollzuhauen.

Edeka Dillinger, einer der Big Player im ostbayerischen Lebensmitteleinzelhandel mit Filialen in Bad Abbach, Lanquaid und Schierling, hat am Sitz der Zentrale nach Kelheim zum "Schlemmerabend" geladen.

Motto: Aus Liebe zum Genuss. Location: Das Möbelhaus Brandl, nur wenige hundert Meter vom Dillinger-Markt in Kelheim enfernt gelegen und eine Hausnummer der Branche im westlichsten Zipfel Niederbayerns.

Der Hobby-Gastronomiekritiker mittendrin. Weniger schnabulierend, das ist heute Nebensache, sondern am Herd, Babas' Gyros in schwerer Edelsstahlpfanne zubereitend. Zweistellige Kilogrammdimensionen an Fleisch - und doch zu wenig ...
von Robert Bock

Freitag, 4. August 2017

Im Klosterbräu in Oberalteich

Den Bogenberg und seine Wallfahrtskirche kennt in Ostbayern vermutlich jeder.

Wer sich von Regensburg und Straubing aus dem Heiligen Berg der Niederbayern nähert, dem fallen die barocken Zwillingstürme der prächtigen Klosterkirche St. Peter und Paul auf, die, Bogen westlich vorgelagert, aus der fruchtbaren Ebene des Gäubodens gen Himmel ragen. Der ist so Weiß und Blau wie das bairische Rautenwappen, dessen Heimat Bogen ist.

Seit die Benediktiner das um 1100 gegründete Kloster im Zuge der Säkularisierung 1803 aufgegeben haben, dämmert das imposante Anwesen mal mehr, mal weniger einen Dornröschenschlaf.

Auch die Gastronomie der Anlage war hiervon bis vor kurzem nicht ausgenommen. Nachdem zuletzt vor fünf Jahren ein Italiener seinen Laden dort dichtmachte, wurde es gastronomisch gesehen ruhig in Oberalteich, um den Ausdruck "doudln" zu vermeiden ...
Doch jetzt ist wieder Leben eingekehrt! Martin Dietl, Braumeister des Dietlbräu 2016, ist angetreten, sich einen Jugendtraum zu erfüllen: Das niederbairischste Wirtshaus Niederbayerns will er Schritt um Schritt dort zum Blühen bringen, den Klosterbräu Oberalteich ...
von Robert Bock

Freitag, 21. Juli 2017

Sommerfest im Jedermann, Straßkirchen - Fotoimpressionen

Das Restaurant Jedermann in Straßkirchen
Wirt und Küchenchef Sebastian Völkl läd zum Sommerfest in sein schickes Restaurant und illustre Prominenz läßt sich nicht lange bitten ... Fotoimpressionen eines gelungenen Sommerabends im Niederbairischen ...

von Robert Bock

Freitag, 16. Juni 2017

Im Restaurant Jedermann in Straßkirchen

Das niederbayrische Straßkirchen liegt zwischen Straubing und Plattling an der B8, hat offiziell 3170 Einwohner, die sich auf 15 Ortsteile verteilen, eine eigene Postleitzahl und Festnetzvorwahlkennung - aber kein eigenes Kfz-Kennzeichen.

Dafür aber gibt's dort in Person vom Hartl Sepp einen  Holzofenbrotbäcker, der ein sensationelles Brot bäckt und einen höchst bemerkenswerten Koch. Der hat dort 2013 in der Irlbacher Straße 1 das Restaurant Jedermann eröffnet, von dem heute die Rede sein soll.

Sebastian Völkl heißt der junge Mann, der nicht nur bemerkenswert gut kocht, sondern auch eine ebensolche Vita vorzuweisen hat: Bevor er sich dazu entschied  die Kunst des Kochens von der Pike auf zu lernen - und er tat dies bei keinem Geringeren, als dem Superstar der einstmals "jungen Wilden" unter Deutschlands Köchen Stefan Marquard in dessen Jolly Roger Cooking Gang - hat Sebastian Völkl nämlich Sozialpädagogik studiert und mit Diplom abgeschlossen. Ein intelligenter, gebildeter junger Niederbaier ist "der Sebastian" also, wie er sich auf der Website des Jedermann nennen läßt, und zudem mittlerweile Vater dreier Kinder.
von Robert Bock

Freitag, 21. April 2017

TONI'S by WENISCH - Straubings neues "Genusswohnzimmer"

Wer die Eröffnung seines neuen Lokals in der wohlhabenden Gäubodenstadt standesgemäß feiern will, kommt nicht um ein Abschlußfeuerwerk herum. So auch nicht Familie Wenisch am gestrigen Abend.

Hoch stiegen die Raketen in den Himmel einer sternklaren Nacht und erleuchteten das schmucke Anwesen in der Inneren Passauer Straße 59, das seit gestern Straubing um einen gastronomischen Höhepunkt erweitert. Er wird Strahlkraft weit über die Grenzen der Stadt hinaus entwickeln.

Sicher, die Zukunft ist ungewiß, doch glaube ich mir den Konjunktiv in diesem Fall verbieten zu können, denn jemand, der große Teile seiner Kindheit und Jugend in Straubing verbracht hat, dem ist der Name Wenisch stets ein klangvoller Begleiter.

Gerne erinnere ich mich, dass meine Mutter mich Anfang der 1980er Jahre mit dem Radl zur Metzgerei Wenisch schickte, um Weißwürscht zu holen, wenn wir Besuch hatten: "Für die Gäste nur das Beste, und die besten Weißwürscht der Stadt hat der Wenisch!"

Meine Mutter versteht viel von gutem Essen, auch, dass selbst eine Wenisch-Weißwurscht das Schicksal aller Weißwürscht dieser Welt teilt, dass sie nämlich ohne Senf aus Regensburg im Grunde ungenießbar ist ...
von Robert Bock

Freitag, 14. April 2017

Karfreitags beim Kellner in Gundelshausen

Karfreitag - Fleischkarenz aus Tradition in Bayern. Wohin am Gedenktag der Kreuzigung Christi?

Unsere Wahl fällt einmal mehr auf den Gasthof Kellner in Gundelshausen, einem Ortsteil des niederbayerischen Kelheim.

Manuel Kellner, der junge Küchenchef versteht sein Handwerk, das Lokal ist groß genug, dass man auch ohne vorherige Reservierung gute Chancen hat, einen Platz zu ergattern. Außerdem kocht er mit dem meiner Meinung nach besten Olivenöl der Welt. Und das produziert für ihn in Griechenland seine Lieferantin aus Tegernheim mit der ich heute hier zu Mittag speise.
von Robert Bock

Freitag, 31. März 2017

Im Hotel & SPA Reibener Hof in Konzell

Josef Schegerer ist mit Leib und Seele Hotelier. Rund eine Dreiviertelstunde Fahrt von Regensburg entfernt führen er und seine Frau Susanne in Reiben 1, 94357 Konzell im Bayerischen Wald, den Reibener Hof, ein kleines, aber feines hochmodern ausgestattetes Wellness-Hotel der 4-Sterne-Kategorie mit großzügigem SPA-Bereich.

Es gehört schon eine gehörige Portion Mut dazu, einen Batzen Geld in die Hand zu nehmen, um seinen Traum kompromisslos zu leben. Hager, braungebrannt und durchtrainiert begegnet mir Josef Schegerer. Er ist Läufer, sein Blick ist wach seine Freundlichkeit kommt von Herzen.

Er sei ein begeisterter Leser meines Blogs, so schrieb er mich eines Tages an, und wünsche sich, ich publizierte auch einmal eine so schöne Geschichte über sein Hotelrestaurant. Gerne würde er mich und meine charmante Begleiterin deswegen in den Reibener Hof einladen.

Schöne Geschichte?! "Gefälligkeitsgutachten" verfertige ich keine, antwortete ich. Wenn das sein Ansinnen sei, müsse ich ihn leider enttäuschen. Nur unter der Bedingung, dass ich erstens offen erwähnen würde, dass ich eingeladen wurde und zweitens, dass der Schuss auch nach hinten losgehen könne, wenn mich die Küche nicht überzeuge, komme so ein Deal für mich in Frage ...
von Robert Bock

Freitag, 17. März 2017

Schlachtschüssel im Gasthof Kellner in Gundelshausen

Faschingsdienstag 2017. Schon vor Beginn der Fastenzeit will ich mir zum Mittagessen einen "leichten Snack" gönnen ... Vielleicht einen bairischen Antipasti-Teller? Nein, nicht so ein schräg abgesägtes Holzbrettl mit den immergleichen bairischen Miniaturspezialitäten drauf für die Münchner Bussi-Bussi-Adabeis und's Zuagroastngsindl. Von einer Schlachtschüssel soll die Rede sein. Doch wohin ...?

Da sticht mir beim Stöbern auf den Webseiten der Lokale, die ich im vergangenen Jahr besucht habe, das Dienstagsangebot des Gasthofs Kellner in Gundelshausen bei Kelheim ins Auge:

Schlachtschüssel aus eigener Schlachterei. Von September bis April Mittag und Abend. Hausgemachte Blut- und Leberwurst, Kesselfleisch und Sauerkraut dazu wahlweise mit Bröselschmarrn oder Bratkartoffeln zum Preis von 6,50 €. Na, also: da isser ja, mein Antipasti-Teller!

Alea iacta est  - schon vor Überschreiten des Rubicon - in unserem Falle der Donau. Im Herbst war ich erstmals hier zu Gast. Damals gab's Gans oder gar nix. Vorzüglich! Erinnert Ihr Euch an den ausführlichen Bericht? Falls nicht: KLICK!
von Robert Bock

Mittwoch, 15. März 2017

Der Hartl Sepp aus Straßkirchen und sein geiles Holzofenbrot

Ein Ausflug ins niederbairische Straßkirchen bescherte mir unverhofft eine kulinarische Erfahrung, die sich so recht zwar nicht ins übliche Genre meiner Gastronomiekritiken fügt, von der ich aber trotzdem berichte, weil mich mein Herz dazu drängt.

Ein junger Mann - ein griabiger, wie man hier sagt - backt in seinem Garten in der Jahnstraße 9a neben seinem Gartenhäuschen, das als Verkaufsstand dient, in einem riesigen Holzofen, der auf einem Anhänger steht, hinreissendes Brot:

Sauerteig, Vollkornmehl aus dem Gäuboden, Weizen, Dinkel, Roggen, helles Brot, dunkles Brot, mit Gewürzen und auch ohne. Ein jedes, das ich probieren durfte eine Schau. Würde ich regelmäßig Brot essen, ich würde nur noch dieses wollen und ich muss Euch dringend raten, es selbst einmal vor Ort zu probieren ...
von Robert Bock

Freitag, 3. Februar 2017

Grand Slam im "Tennis Ass" in Geiselhöring

Auf die Idee zum Mittagsessen 33 Kilometer, und das ausgerechnet in eine Vereinsgaststätte, ins niederbayerische Niemandsland zu fahren, komme ich von selbst jedenfalls nicht, das dürft Ihr mir glauben.

Meine Freundin Spyridoula Kagiaoglou sagt, sie wolle, "dem Michael Jann", einem Kunden der ersten Stunde, einen geschäftlichen Besuch abstatten.

Immer mit DHL oder Hermes liefern sei ja auch nichts, denn sie lege großen Wert auf eine persönliche Betreuung. Die neue Ernte von der Peloponnes sei eingetroffen und "der Michael" habe Olivenöl bestellt. Nicht nur, dass er mit ihrem Olivenöl koche, seine Gäste könnten es in seinem Restaurant sogar für zuhause kaufen. Sie wolle ihm seine Bestellung liefern, seine Meinung als Profi zur neuen Ernte einholen und bei der Gelegenheit gleich bei ihm zu Mittag essen. Ob ich nicht Zeit und Lust hätte, sie zu begleiten?
von Robert Bock

Samstag, 3. Dezember 2016

Rollbratensemmel und Spinatkuchen auf dem Bogenberger Vorweihnachtsmarkt

Und plötzlich reisst der Nebel auf ... Wie zauberhaft die Sonne in bereiften Zweigen glitzert und das mächtige Kreuz auf der Kirchturmspitze der Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg gülden glimmen lässt.

Herrlicher hätte unsere Belohnung für die Mühen des Aufstiegs über den steilen Pilgerweg hinauf, weit über die weiten Ebenen des Gäubodens, nicht ausfallen können. Die Welt unter uns liegt unter einer Decke aus Watte und über dieser duftigen Decke strahlt, mit der gebremsten Kraft des frühen Dezembers, Helios mit der stahligen Bläue des Himmelszelts um die Wette. Vorweihnachtsmarkt auf dem Bogenberg im Jahre 2016. Auch heuer, wie bisher stets, ein seelenwärmendes Erlebnis ...
von Robert Bock

Samstag, 1. Oktober 2016

Lunch im Milians in Straubing

Einen Steinwurf vom Stadtturm entfernt, in der Fraunhoferstraße 17 in Straubing gibt es ein kleines, aber feines Geschäft mit angegliederter Konditorei-Pattiserie und Küche: Milians - Küche und Kaufladen - so sein Name.

Abends und am Sonntag haben Laden und Küche geschlossen. Man hat sich auf Mittagsgäste eingerichtet und bietet neben einer ansehnlichen Auswahl an festen, täglich frisch zubereiteten Gerichten ein täglich wechselndes, preiswert kalkuliertes Tagesgericht an. Das alles wollten wir uns einmal näher ansehen und statteten dem Milians an einem sonnigen Mittwoch einen Besuch zum Lunch ab.
von Robert Bock