Dienstag, 6. Januar 2026

Grieche mit Stern: Im Restaurant Malathounis in Kernen-Stetten

"Joanni, ich verfolge seit vielen Jahren deine Kreationen auf Facebook und Instagram, aber werde aus deiner Kochstilistik nicht so recht schlau", sage ich zu Sternekoch Joannis Malathounis, nachdem er sein Tagwerk in der Küche beendet hat und sich zu uns setzt. "Soll ich es französische Küche mit griechischem Einschlag oder griechische Küche mit französischen Akzenten nennen?" 

Der 62 Jahre alte, im Schwabenland aufgewachsene Grieche mit Wurzeln im nordgriechischen Epirus lächelt verschmitzt, sinniert kurz, seufzt, antwortet schließlich in der schönsten Melodie des  schwäbischen Dialekts:  "Woisch ..., am liebsta würd i no viel krassere Sacha kocha ..." - "Was?" - "Richtige, traditionelle griechische Küche. Des was mir dahoim in Griechenland essa. Ned des Zeug, was dir hier beim Griechen serviert wird." 

Damit spricht mir Joannis Malathounis aus der Seele. Treue Leserinnen und Leser meines Blogs kennen meine Meinung: In (grob überschlagen) 98% der hiesigen griechischen Restaurants werden Karikaturen griechischer Küche serviert. 

Meine charmante Begleitung - die griechische Olivenölqueen Spyridoula Kagiaoglou aus Lappersdorf, die das Restaurant Malathounis seit vielen Jahren zum Kreis ihrer Kunden aus der Spitzengastronomie zählt - und ich waren - trotzdem der Maitre nicht das kochte, was er wie beschrieben, eigentlich am liebsten kochen würde - vom 5-Gänge Menü, das wir dort anlässlich meines 60. Geburtstages genossen haben, rundum begeistert. Ich muss lange überlegen, ob und wann ich je eine so souveräne und Gang für Gang spannende, in sich zum Gesamtkunstwerk im Wagner'schen Sinne durchkomponierte kulinarische Gesamtleistung aus Speisen, Weinbegleitung und herzlicher wie kompetenter Betreuung erlebt habe ...

von Robert Bock ...

Donnerstag, 27. November 2025

Business Lunch im Restaurant Mokuli in Regensburg

Martin Kagerer hat sich in der Region Regensburg über die Jahre mit seinem Restaurant Zwischengrün am Golfplatz in Sinzing, mit zahlreichen flugs ausverkauften Kochevents mit Star- und Sterneköchen sowie neuerdings mit seinem Restaurant Mokuli in der Fritz-Fend-Straße 4 in Regensburg einen guten Namen gemacht. Dort serviert er mit seinem Team in architektonisch wie innenarchitektonisch ansprechendem Ambiete Casual Fine Dining mit Business Lunch, Barbetrieb und abendlichem Fine Dining. Neulich befand das angesehene Magazin DER FEINSCHMECKER das Lokal eines ausführlichen, lobenden Artikels für würdig. Heute war ich zu einem geschäftlichen Termin dort zum Business-Lunch verabredet. Grund genug also, nach längerer Zeit mal wieder einen kurzen Artikel mit meinen persönlichen Impressionen zu posten ... (von Robert Bock)

Samstag, 12. Oktober 2024

Beim Steiner Wirt in Tiefenbach

Hoch droben im Landkreis Cham, unweit der tschechischen Grenze, liegt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald die Gemeinde Tiefenbach mit ihren 24 Gemeindeteilen. Einer davon heißt Stein. Dort leben - laut Wikipediaeintrag - 82 Menschen und die Hauptattraktion des Dorfes sei "der "Steiner Wirt" – ein sehr altes traditionsreiches Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeiten".

Rund 30 Jahre ist es her, da habe ich im besagtem Steiner Wirt (Gasthof-Pension) ein Wochenende verbracht. Damals kochte dort Inhaber und Wirt Josef Braun, der beeindruckende Stationen (u.a. das Hotel Victoria in Montreux und den Bayerischen Hof in München) in seiner Laufbahn als Koch und Küchenmeister vorweisen kann, eine bodenständige und doch damals durchaus modern interpretierte bayerisch-oberpfälzer Küche, die mir - auch weil ich derart Kochkunst in diesem abgelegenen Teil der Oberpfalz damals nicht erwartet hatte - so hervorragend gefiel, dass ich dieses gleichermaßen erholsame wie genussreiche Wochenende im Steiner Wirt in all den Jahren nie vergessen habe ...

von Robert Bock

Montag, 4. März 2024

Am dritten Dritten, draußt am Hoitzerhof in Hungersacker

Lisa Heitzer, Spyridoula Kagiaoglou und Michaela Suntinger
Lisa Heitzer vom Hoitzerhof in Hungersacker bei Wörth an der Donau und die Österreicherin Michaela Suntinger haben im Gehöft von Lisas Familie ein Refugium des Geniessens geschaffen, das im Großraum Regensburg seinesgleichen sucht.

Die im Rahmen ihrer Lehr- und Wanderjahre weitgereiste Hotelfachfrau und Sommeliere Lisa und die aus dem Mölltal am Fuße des Großglockner stammende gelernte Köchin Michaela, die ihre Kunst in Kärnten und in der Schweiz von der Pike auf gelernt hat, zelebrieren die Themen Regionalität und Saisonalität in ihrem Restaurant Draußt konsequent bemüht dabei keine faulen Kompromisse einzugehen. Sie setzen Akzente in Küche und Weinkeller dort, wo sie im Sinne ihrer kulinarischen Idee sinnvoll oder unumgänglich sind. 

Denn auch wenn der ostbayerische Raum eine Fülle an hervorragenden Lebensmitteln und leidenschaftliche Erzeuger beheimatet, es wird nicht alles, was das Tüpfelchen aufs i setzt in hiesigen Breiten in bestechender Klasse produziert - manche Zutaten, die den Unterschied machen, aus unterschiedlichen Gründen heraus, schlicht gar nicht.

Aufmerksam gemacht auf dieses gastronomische Kleinod von einigen Kunden meiner "Olivenölqueen" Spyridoula Kagiaoglou aus Lappersdorf, haben wir dem Restaurant Draußt auf dem Hoitzerhof anlässlich des Geburtstages der Griechin in Begleitung ihres ältesten Sohnes und dessen Freundin einen Besuch abgestattet und das viergängige Menü bestellt ...

von Robert Bock

Montag, 1. Mai 2023

Am Maifeiertag im Landgasthof Spitzauer in Nittendorf

Bald wird es ein Jahr her sein, dass der traditionsreiche, idyllisch an der Naab gelegene Landgasthof Spitzauer in der Löweneckstraße 1 in Nittendorf wieder seine Pforten geöffnet hat.

Die gelernte Hotelfachfrau Stefanie Bösl hat das seit Generationen in Familienbesitz befindliche Lokal nebst 30-Zimmer-Frühstückspension von ihren Eltern übernommen und mehr als nur die Fenster weit aufgetan, um frischen Wind durch Küche und Gaststube wehen zu lassen.

Oft bin ich in den letzten drei Jahrzehnten an diesem Wirtshaus vorbeigefahren, aber bislang nie dort eingekehrt. Dies sollte sich am Maifeiertag zur Mittagszeit aus spontaner Lust auf bairische Sonntagsküche ändern ...

von Robert Bock ...

Dienstag, 4. April 2023

Sterne, die Genuss bedeuten

 

Da freu ich mich von ganzem Herzen mit der Lappersdorfer Olivenölqueen! 

Glückwunsch allen schwarzen und weißen Brigaden der aufgeführten Restaurants! Insbesondere natürlich den ostbayerischen Spitzenrestaurants in Regensburg, Nürnberg, Perasdorf, Niederwinkling und Duggendorf, die es wieder geschafft haben, einen der begehrten Sterne zu ergattern.

 

Sonntag, 2. April 2023

Bacchanal in der Ritterschänke Burg Randeck in Essing

Die alten Römer pflegten ab dem 2. Jahrhundert nach Christus (in kultureller Aneignung der noch viel älteren griechischen Dionysien) die Tradition der Bacchanalien, ausgelassener Gelage zu Ehren von Bacchus, ihres Gottes der Ekstase, des Rausches und der Verwandlung des Weines.

Gladiatorenkämpfe, Massenkreuzigungen ... Nicht alle antiken Traditionen erscheinen mir im Licht des 21. Jahrhunderts des Weiterführens würdig. Doch es sich im Kreise gleichgesinnter, sinnesfreudiger Menschen - und sei es "nur" in trauter Zweisamkeit mit dem Lieblingsmenschen - regelmäßig so richtig gut gehen zu lassen, das gefällt mir.

Ein verregneter Samstag kommt meiner Herzensdame und mir da gerade recht, sich ein Bacchanal mit Übernachtung zu gönnen, damit auch beide Beteiligten sich ohne Rücksicht auf ihre Fahrtauglichkeit die Kante geben können. Ort meiner Wahl in diesem Fall ("Sie" weiß bis zum Eintreffen nicht, wohin die Reise führen wird): Die Ritterschänke Burg Randeck in Essing hoch über dem Altmühltal, wo die Küche von Familie Sturm sich über die Jahrzehnte einen weit über die Grenzen des Altmühltals hinausreichenden, hervorragenden Ruf erarbeitet hat. 

Tags zuvor tafelte hier eine halbe Hundertschaft der Mitglieder der ostbayerischen Abteilung der ehrwürdigen Confrérie de la Chaîne des Rôtisseurs und ließ sich vom Team um Küchenchefin Johanna Sturm und Sommelier Kayetan Meissner in geschlossener Gesellschaft nach allen Regeln der Kunst kulinarisch verwöhnen ...

von Robert Bock