Sonntag, 20. September 2015

Hof-Food: Das beste Street-Food im Landkreis

Der Naturland-Hof Froschhammer in Thalmassing im südlichen Landkreis lud am 20. September zum Hoffest ein und dort gab es allerlei zu besichtigen, einzukaufen und natürlich auch zu schnabulieren ...

Das 1. Regensburger Street-Food-Festival auf dem Hiendl-Gelände in Regensburg war, vor allem, was die Qualität des "Essens auf die Hand" anging, für Madame und mich ein mittleres Desaster, brachte mir aber den mit Abstand meistgelesenen Artikel meines Blogs ein. Eigentlich haben wir uns geschworen: Nie wieder sieht uns eine vergleichbare Veranstaltung auch nur aus der Nähe - aber erstens war meine Freundin Spyridoula - sie wohnt nur wenige hundert Meter vom Froschhammer-Hof entfernt - mit einem Stand vertreten und ...
von Robert Bock

copyright 2015 Robert Bock
... bot ihre exquisites Bio-Olivenöl aus Griechenland dort an, das seit geraumer Zeit sogar Regensburgs derzeit einziger Sterne-Koch in seinem Spitzenrestaurant verwendet, zweitens meinte Spyridoula: Tom Rosenberger von "Toms Kochschule" würde federführend für das Catering dort sein und drittens war Madame nicht abgeneigt dort vorbeizuschauen, als sie die Liste der teilnehmenden Anbieter laß.
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Also: Auf zum Mittagsessen auf die Hand, Hof-Food statt Street-Food, auf nach Thalmassing!

Richtig Mühe hat sich der veranstaltende Naturland Hof Froschhammer gegeben. Landmaschinenschau, Führungen zu verschiedenen Themen, Streichelzoo, Bentheimer Schweine, Kamerun-Lämmer, Kälber, Hühner - Tom Rosenberger würde heute ausschließlich Fleisch vom Froschhammer-Hof für seine Hof-Food-Speisen verwenden. Fleisch das so erzeugt wurde, dass jeder Gourmet begeistert sein müsste. Würde man das auch schmecken?

copyright 2015 Robert Bock
Wir bestellten uns zunächst zweimal "Gua Bao" zu je 5 EUR und zwar nicht in der veganen (Gott bewahre!), sondern der Variante mit Lammfleisch.

Worum handelte es sich bei diesem vietnamesischen Gericht: Eine dim-sum-ähnlich bereitete gedämpfte Teigtasche, gefüllt mit butterzartem unglaublich gschmackigem Lammfleisch, das wie ein richtig gutes "Pulled-Pork" auf der Zunge zerging, Gemüse, Spezialsoßen und gehackte Erdnüsse, Zwiebelringe, frischer Koriander - in der Summe ein schöner Happen und wegen der Erdnüsse und dem Koriander klar als asiatisch zu erkennen.

Unschön allerdings, dass bei jedem Bissen Saft und Soße über die Finger in den Ärmel flossen und ohne ein Minimum an Tisch- und Esskultur hört bei mir persönlich der ungetrübte Spaß auf und ich werde unleidig. Ich will mich auf den Genuß konzentrieren und nicht damit beschäftigt sein, Kollateralschäden auf der Kleidung zu verhindern. Ein Mehrwegteller und Mehrwegbesteck, statt eines Papptellers hätte ich persönlich gerade auf einem Naturland Hof, der sich nachhaltigem Wirtschaften verschrieben hat, zu schätzen gewußt.

Dies tut aber der kulinarischen Kernqualität von Tom Rosenbergers "Gua Bao" keinen Abbruch. Das Teil war schon mal besser, als alles, was wir auf dem 1. Street-Food-Festival verdrückt hatten. Hätten wir damals nur bei Tom ... tempi passati. Madame fands auch sehr lecker, meinte aber: das sei erstens zwar lecker, aber für den hohlen Zahn gewesen und zweitens habe sie Lammpflanzerl gesehen ...

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Lammpflanzerl? Her damit! Zweimal Lammpflanzerlsemmel mit Schmorzwiebeln also. Als ich das Ding in Händen hielt war mir klar: das könnte ein Hammer sein und er war es. Das Lammfleisch vom Froschhammer-Hof und die Kochkunst von Tom Rosenberger gingen eine kongeniale Verbindung ein.

 Madame und ich geniessen schweigend und in dieses wunderbare "Hof-Food" versenkt.
Welch eine Fleischqualität, wie wunderbar Medium gebraten, zartrosa im Kern, was für ein dickes Pflanzerl außerdem für faire 3,50 EUR fürs Gesamtpaket. Die Semmel: eine richtig gute Sternsemmel. Die Schmorzwiebel: ein Gedicht mit Rosmarin und herrlichem Bratensaft, der sich in die Semmel einsaugt ... Extraklasse, Tom Rosenberger! Das will ich wieder!

Madame bedankt sich bei ihm persönlich, gratuliert zu diesem Leckerbissen. Er antwortet: "Mit Liebe gemacht!" Und genau das schmeckt man: Liebe und handwerkliche Kompetenz im Umgang mit erstklassigen Zutaten. Wenn ein Tier sterben muss, um uns zu nähren, dann hat es solch respektvollen Umgang verdient, der hier von A-Z zu schmecken war. Ein Bravo allen Beteiligten, die zum Entstehen dieser Lammpflanzerlsemmel beigetragen haben!

Nachspeise? Käse schließt den Magen ... Brigitte Griesbeck von der Käse-Wiese ...mit Laib & Seele in der Markthalle in Regensburg hat einen Stand aufgebaut und offeriert den uns idealen Nachtisch: Ein Käseteller für 4 EUR.

Wunderbarer heimischer (bayerischer) Käse von Kuh und Schaf, Bergkäse, Blauschimmel aus dem Chiemgau, Rotschimmel, liebevoll gefüllte grüne Oliven und gutes Sauerteigbrot dazu: Herrlich! Mal was anderes als Süßkram hinterher und nach dem göttlichen Lamm ein würdiger Abschluß - zusammen mit einem Schlückchen Honigwein vom Stand von Ernst Roth - Imker Ihres Vertrauens - aus Unterlaichling/Schierling. Honigwein und Blauschimmel ... Festhalten Leute, das könnte eine Entdeckung für die Käsegourmets unter euch sein!

copyright 2015 Robert Bock

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Ein Digestif hinterher? Warum nicht am Stand von Rosa Wallner vorbeischauen? Die verkauft dort ihre Liköre aus eigener Likörmanufaktur in Niedergebraching. Oh, welch eine Vielfalt an teils exotisch anmutenden Likören auf Basis heimischer Früchte wie Schlehen, Vogelbeeren, Kornelkirschen; aus Nüssen wie Walnuss - auch als Single Malt-Likör, Buchenblätter, Fichte, Blüten (z.B. Glockenblume, Monarda, Rose, Wegwarte, Wilde Malve ,...) und, und, und. Und: einer besser als der andere und Frau Wallner lebt und liebt ihre Produkte, das spürt man. Sie nimmt sich Zeit für uns, läßt uns ausgiebig hiervon und davon kosten ... Wir kaufen am Ende Kornelkirsche, Schlehe, Walnuss, Reneclaude. Die sympathische Frau Wallner hat sich gefreut, wir ebenfalls - ein guter Handel!

Es hätte noch wesentlich mehr zum Essen und probieren gegeben - das riesige Kuchenbuffet des Schützenvereins Pfattertal beispielsweise - wir waren pappsatt. Gerne wieder bei der nächsten Auflage dieser gelungenen Veranstaltung. Wann die sein wird, entnehmt bitte der Homepage des Naturland Hofes Froschhammer.


1 Kommentar:

  1. Anmerkung zu Thema "Einweggeschirr":

    Herr Froschhammer vom Naturland Hof Froschhammer teilt mir soeeben mit, dass man sich im Vorfeld des Festes nach langen Diskussionen, ökologischen und ökonomischen Abwägungen auf kompostierbarer Einweggeschirr geeinigt hätte und der größte Teil des gestern verwendeten Geschirrs bereits auf dem Komposthaufen darauf warte in fruchtbare Erde verwandelt zu werden.

    Das wußte ich nicht und relativiert natürlich meine Kritik im Blogbeitrag und stellt m.E. einen durchaus akzeptablen Kompromiss dar.

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